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Wie funktioniert Segelfliegen?

Segelfliegen ist eine Sportart, welche die Kräfte der Natur ausnutzt. Die Energiequelle ist die Sonne. Ein Segelflugzeug ist ein Flugzeug ohne Motor. Trotz eines fehlenden Antriebs fällt es nicht einfach wie ein Stein zu Boden, sondern gleitet, wenn es einmal in der Luft ist, geräuschlos seine Höhe ab, ähnlich wie ein Adler oder eine Papierschwalbe. Dieses Gleiten wird durch die besondere Bauweise des Tragflügels, das so genannte Profil, ermöglicht: an der Oberseite baut sich ein Unterdruck und auf der Unterseite ein Überdruck auf.

Moderne Segelflugzeuge mit Spannweiten von 26m können aus 1000m Höhe im reinen Gleitflug bis zu 60km zurücklegen. Während des Fluges ist der Pilot bemüht, nicht nur die Höhe abzugleiten, sondern nach einer gewissen Zeit wieder neue Höhe "zu tanken". Hierzu hält er ständig Ausschau nach möglichen Aufwindgebieten:

  • Durch die Sonneneinstrahlung erwärmt sich die Erdoberfläche und diese wiederum gibt die Energie an die darüber liegenden Luftschichten ab. Hat sich die Luftmasse ausreichend aufgeheizt, so steigt sie als Warmluftblase nach oben und zieht weitere Luft nach. Diese Thermikschläuche (von den Segelfliegern "Bärte" genannt) sind oftmals recht klein, so daß der Pilot enge Kreise fliegen muß.

  • Weht ein kräftiger Wind und trifft dieser z.B. auf eine Hangkante, so wird die Luft gezwungen, über den Hang bzw. den Berg zu strömen. Auch dieser so genannte Hangaufwind kann vom Segelflieger genutzt werden.

  • In den Bergen entstehen bei hohen Windgeschwindigkeiten starke Auf- und Abwärtsbewegungen der Luft, die sich bis in große Höhen aufschaukeln können. Unter günstigen Bedingungen wurden in den Alpen bei Föhnwetterlagen im so genannten Wellenaufwind Höhen von über 11000m im Segelflug ereicht.

Lediglich um in die Luft zu kommen, benötigt der Segelflieger ein "Gläschen Sprit". Mit Hilfe einer Seilwinde, die das Flugzeug wie einen Drachen hochzieht, erreicht man je nach Windverhältnissen ca. 400m Schlepphöhe. Die Beschleunigungswerte bei dieser Startart sind imponierend: von Null auf Hundert in drei Sekunden. Bei Wetterlagen, bei denen man aus der Winde heraus keinen Thermikanschluß findet, kann der Segelflieger auch auf den Flugzeugschlepp zurückgreifen. Hierbei wird das Segelflugzeug von einer kleinen Motormaschine in einem ca. 5 minütigen Flug direkt in die Thermik geschleppt. Der Energieaufwand ist hier zwar größer als beim Windenstart, aber hat der Segelflieger erst einmal Thermikanschluß gefunden, können bei günstigen Verhältnissen viele hundert Kilometer geflogen werden und nicht selten landet das Flugzeug erst nach 6-8 Stunden Flugzeit wieder. Der gesamte Flug - bis auf den kurzen Schlepp - wird unter Ausnutzung der natürlichen Sonnenenergie durchgeführt.

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